Phytotherapie

Im Allgemeinen versteht man hierunter die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten mit Pflanzen und Pflanzenbestandteilen (z.B. Blatt, Blüte, Wurzel, Frucht oder Samen).

Die Anwendungsgebiete der Phytotherapie sind extrem vielfältig und reichen von Atemwegsproblemen, Problemen des Bewegungsapparates und Stoffwechselerkrankungen bis hin zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

westliche Phytotherapie

Seit Jahrtausenden werden Arzneipflanzen bei Menschen und Tieren angewandt, denn bis zur Etablierung von synthetischen Arzneimitteln und Antibiotika im 20. Jahrhundert, „waren Pflanzen und deren Zubereitungen das Fundament der Pharmakotherapie in der Human- und Veterinärmedizin“ [Ayrle et al.].

Während die Phytotherapie in der Humanmedizin weitverbreitet ist und es umfassende pharmazeutische und klinische Studien dazu gibt, erlangte die Behandlung von Tieren mit Arzneipflanzen erst wieder in den letzten Jahren durch zunehmende Anerkennung der komplementären Medizin an Bedeutung. 

Das breite Spektrum pflanzlicher Sekundärstoffe wie zum Beispiel ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe oder Flavonoiden bieten ein großes Potential in der unterstützenden Behandlung kranker Tiere [vgl. Ayrle et al.].

chinesische Phytotherapie

Auch in der traditionell chinesischen Medizin werden Pflanzen und Pflanzenbestandteilen schon seit Jahrtausenden zu Therapiezwecken eingesetzt. Aber nicht nur Pflanzen, sondern auch Pilze, Mineralien und vieles mehr sind Bestandteil einer chinesischen Kräuterrezeptur. Die Rezeptur wird auf jeden Patienten individuell abgestimmt.

Ungleichgewichte in den Meridianen und Organsystemen bieten hier die Grundlage. So können mit Hilfe der chinesischen Arzneipflanzen Füllezustände ausgeleitet und Leerzustände aufgefüllt werden. Sowohl bei chronisch kranken Patienten, als auch zur Prophylaxe haben sich chinesische Kräuter bewährt.

Vor jeder chinesischen Kräuterrezeptur steht eine komplette TCVM Diagnostik inklusive Zungen-, Pulsbefund und Anamnese. Die Phytotherapie ist eine wertvolle Ergänzung zur Akupunktur.

Die Phytotherapie erfordert Zeit, Geduld sowie die Mitarbeit des Tierhalters. 

Aromatherapie

= die Verwendung von ätherischen Ölen zur Vorbeugung und Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen. 

 

Ihr Wirkungsspektrum ist breit gefächert und reicht von antimikrobiell über entzündungshemmend, krampflösend, schmerzlindernd und schleimlösend, bis hin zu verdauungsfördernd. Auch sind psychische Effekte wie Beruhigung, Stimmungsaufhellung, Schlafinduktion oder Stressabbau bereits beschrieben worden.

Zur Anwendung trägt man einen Tropfen Öl auf die eigene Hand auf, verreibt es und überprüft die Reaktion des Tieres. Einige Tiere sind neugierig, schnuppern, lecken am Öl oder wenden sich ab und gehen weg.

Das Verhalten des Tieres gibt Auskunft darüber, ob das jeweilige Öl das Richtige ist. Hat man ein Öl gefunden, gibt es die unterschiedlichsten Anwendungsformen: über den Atmungstrakt, äußerlich über die Haut oder innerlich über den Verdauungstrakt.

Ich verwende Öle gerne auf Akupunkturpunkten in Kombination mit einer Akupressur oder mit einem Trägeröl im Rahmen einer Raindrop Massage.

Da Öle auch Nebenwirkungen hervorrufen und bei Pferden Doping relevant sein können, gehören sie in die Hand von erfahrenen Therapeuten.

 

Ich empfehle den Besitzern meiner Patienten gerne Hydrolate, diese entstehen bei der Wasserdampfdestillation. Sie enthalten die wasserlöslichen Pflanzenstoffe und in Spuren auch ätherische Öle. Sie haben ähnliche Wirkungen wie die entsprechenden ätherischen Öle, wirken jedoch deutlich milder.

Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass die von mir angewendeten, alternativen Behandlungsmethoden nicht wissenschaftlich anerkannt sind und somit eine schulmedizinische Behandlung lediglich ergänzen.

© Logo & Text: Osteopathie & Naturheilkunde Corinna Kammermeier; Bild: Lara Bender, Claudia Rahlmeier, Helmut Kammermeier